Räume für echte Verbindung
Wir glauben, dass menschliche Nähe dort entsteht, wo Menschen sich sicher, gesehen und akzeptiert fühlen dürfen.
Unsere Räume laden dazu ein, Begegnung bewusster zu erleben – jenseits von Rollenbildern, Leistungsdruck und gesellschaftlichen Erwartungen. Dabei geht es nicht nur um Sexualität, sondern um Beziehung, Intimität, Körperlichkeit, emotionale Offenheit und das Bedürfnis nach echter Verbindung. Die sexpositive Kultur spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Unsere Definition von Sexpositivität
Sexualität wird gesellschaftlich oft widersprüchlich behandelt:
Sie wird überhöht, sexualisiert, stigmatisiert, problematisiert, tabuisiert oder verschwiegen.
Gleichzeitig existieren Scham, Unsicherheit, Kinkshaming und fehlende Räume für offene Gespräche über Bedürfnisse, Grenzen oder problematische Erfahrungen.
Dadurch entsteht häufig eine sexnegative Kultur, in der zwar permanent Sexualität dargestellt wird, aber nur selten offen, reflektiert und menschlich darüber gesprochen werden kann.
Wir halten es für wichtig, Missstände sichtbar zu machen und kritisch zu reflektieren.
Und gleichzeitig möchten wir Sexualität nicht grundsätzlich problematisieren.
Unsere Definition von sexpositiv bedeutet:
Das menschliche Bedürfnis nach Nähe, Lust, Intimität und Sexualität grundsätzlich als etwas Wertvolles zu betrachten — solange es im gegenseitigen Konsens gelebt wird.
Sicherheit als Grundlage für Freiheit
Freiheit braucht Sicherheit.
Deshalb entstehen unsere Räume nicht zufällig und unreflektiert aus dem gesellschaftlichen Status quo heraus, sondern werden bewusst gestaltet.
Viele gesellschaftliche Dynamiken wirken auch in intimen oder sozialen Räumen weiter: Unsicherheit, Grenzüberschreitungen, Scham, Machtgefälle oder fehlende Kommunikation.
Wir möchten Rahmen schaffen, in denen Menschen lernen dürfen:
Grenzen wahrzunehmen,
Bedürfnisse auszudrücken,
Verantwortung zu übernehmen,
und andere Menschen in ihrem Sein zu respektieren.
Sicherheit bedeutet für uns nicht Kontrolle, sondern die Möglichkeit, sich ehrlich zeigen zu können.
Konsens als gelebte Kultur
Konsens bedeutet für uns mehr als Zustimmung.
Er beschreibt eine Kultur von Aufmerksamkeit, Klarheit, Kommunikation und gegenseitigem Respekt.
Dabei gilt für uns klar:
Ja heißt Ja. Nein heißt Nein.
Menschen dürfen Wünsche äußern, Unsicherheit zeigen und ihre Grenzen benennen.
Nur die jeweilige Person selbst kann die eigenen Grenzen verändern.
Konsens darf niemals erzwungen, erwartet oder interpretiert werden.
Wir orientieren uns dabei am FRIES-Prinzip:
- Freiwillig
- Reversibel
- Informiert
- Enthusiastisch
- Spezifisch
Diese Haltung verstehen wir nicht als Regelkatalog, sondern als Grundlage bewusster Begegnung.
Bewusstsein für gesellschaftliche Strukturen
Unsere Arbeit entsteht nicht losgelöst von gesellschaftlichen Realitäten.
Wir beschäftigen uns mit Macht, Geschlechterrollen, Scham, Sichtbarkeit, Beziehungsmustern und kultureller Prägung — nicht um in der Analyse dessen stehenzubleiben, sondern aktiv bewusstere Formen und Alternativen für ein menschliches Zusammenleben zu entwickeln, das Bedürfnisse, Grenzen und emotionale Realität ernst nimmt.
Dabei interessieren uns Fragen wie:
- Wie wollen wir miteinander umgehen?
- Was verbindet Menschen?
- Was trennt Menschen?
- Wie entsteht Vertrauen?
- Wie können Räume entstehen, in denen Unterschiedlichkeit nicht
- zur Abgrenzung führt?
Wir verstehen Kultur nicht als festen Zustand, sondern als etwas, das Menschen gemeinsam gestalten.
Ein Netzwerk achtsam gestalteter Räume
Der Begriff „sexpositiv“ wird inzwischen sehr unterschiedlich verwendet.
Deshalb wünschen wir uns mehr Orientierung und Transparenz darüber, wie Räume gestaltet werden.
Langfristig sehen wir die Möglichkeit eines sichtbaren Sigels oder gemeinsamer Standards für achtsam gestaltete Veranstaltungen.
Nicht als starres Gütesiegel oder moralische Bewertung, sondern als Orientierung für:
- Konsenskultur,
- Transparenz,
- bewusste Raumgestaltung,
- Verantwortung,
- Kommunikation,
- und den respektvollen Umgang mit Menschen.
Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Haltung und Lernbereitschaft.
Kultur statt Konkurrenz
sexpositiv.events versteht sich nicht als konkurrierendes Angebot, sondern als Teil eines ergänzenden Netzwerks.
Wir möchten lokale Veranstalter:innen, Begleiter:innen, Coaches und Expert:innen miteinander verbinden, sichtbar machen und gegenseitig stärken. Statt Konkurrenz sehen wir Kooperation, Austausch und gemeinsames Lernen als Grundlage einer gesunden Kulturentwicklung.
Uns interessiert nicht der Aufbau einer exklusiven Szene, sondern die Entstehung tragfähiger Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen können.
Eine Kultur des bewussten Miteinanders
Wir möchten Kultur nicht nur diskutieren, sondern erfahrbar machen.
Eine Kultur,
in der Menschen sich zeigen dürfen,
in der Unterschiede nicht automatisch trennen,
und in der Nähe, Freiheit, Verantwortung und Verbundenheit gemeinsam wachsen können.
Langfristig wünschen wir uns Orte, die mehr sind als Veranstaltungen:
Räume für Auszeit, Begegnung, Lernen, Entwicklung und Gemeinschaft.
Vielleicht ein Haus.
Vielleicht ein Netzwerk.
Vielleicht eine neue Kultur von Beziehung und Menschlichkeit.